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3.6 Damit alle mitmachen können - Inklusive Beteiligung als Grundsatz

Grundsatz eines Beteiligungsverfahrens ist, dass allen Betroffenen und Interessierten Beteiligungsmöglichkeiten offen stehen. Hierzu muss es gelingen, angemessene Voraussetzungen zu schaffen, die allen eine faire Beteiligungschance garantieren und das vorhandene Beteiligungspotential ausschöpfen. Es muss besser als bisher gelingen, breite Bevölkerungsschichten zur Beteiligung zu mobilisieren. Eine zentrale Rolle kommt in diesem Zusammenhang den Themen Information und aufsuchenden Formaten und Methoden zu.

Inklusiv informieren

Um Informationen möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen, wird eine einfache Sprache verwendet, die durch den Einsatz von Bildern ergänzt wird. Fachwissen wird erläutert, so dass jede und jeder es verstehen kann. Aus diesem Grund soll auch von den „Leitlinien für Bürgerbeteiligung“ – nach finalen Beschluss durch Magistrat und Stadtverordnetenversammlung – zunächst eine Kurzversion erstellt und diese dann konsequent in leichte Sprache „übersetzt“ werden; auch eine Übersetzung in englischen Sprache wird angeregt, um der Internationalität in der Wissenschaftsstadt Darmstadt Rechnung zu tragen.
Da Einwohner mit Migrationshintergrund deutsch verstehen und sprechen sollen, schlage ich vor, die Informationen nicht zu übersetzen, sondern nur die deutsche Sprache zu verwenden. Auch ausländische Studenten in Darmstadt sollten die deutsche Sprache verstehen.
Inge Bauer, 07.11.2014 17:38
Das Anliegen der Leitlinien ist hier gut formuliert. Dem Kommentar von Frau Bauer widerspreche ich klar und deutlich.
Jürgen Maier, 26.11.2014 13:14
[TiC] Laut Beschluss der KMK (Kultusministerkonferenz) ist der erreichte allgemeingültige Englisch-Sprachlevel der deutschen Schulabschlüsse nach dem sechsstufigen CEF (Common European Framework, A1-C2) verbindlich wie folgt festgelegt: Hauptschulabschluss: A2, Realschulabschluss: B1-B2, Abitur B2-C1. Zum Verständnis: der höchste definierte Level ist C2: dort finden sich Simultandolmetscher und Muttersprachler. [TiC-ends ;o)] Resümee: ich schließe mich Herrn Maiers Aussage explizit an.
Jürgen_F_Schaldach, 29.11.2014 20:28
Wichtig ist, verschiedene Medien und Kommunikationswege zu nutzen, um unterschiedliche Sinne anzusprechen und unterschiedlichen „Typen“ gerecht zu werden.


Sehen

Hören und Sprechen

Anfassen

Bilder:

  • Bilder

  • Video

  • Virtueller Rundgang

  • Fernsehen

Lesen:

  • Flugblätter/ Flyer

  • Plakate

  • Zeitung


  • Infostände

  • Telefon

  • Radio

  • Weitere Sprachen (Fremdsprachen, Gebärdensprache,…)


  • Modelle

Abb. 3: Welche Form von Information gibt es? Die Inhalte wurden von Teilnehmenden an der Bürgerwerkstatt am 8. Oktober 2014 erarbeitet.


Dabei soll sich die Darstellung der Inhalte an den Zielgruppen ausrichten, den „persönlichen Gewinn“ darstellen und Betroffenheit deutlich machen. In Abhängigkeit von den Inhalten kann die Darstellung dabei durchaus über eine rein sachliche Information hinausgehen, um Lust auf die Beteiligung und den Prozess machen.
Die Informationen sollten rein sachlich sein und n i c h t über den rein sachlichen Inhalt hinausgehen, damit man sich selbst ein objektives Urteil bilden kann, ohne Fremdbeeinflussung. Wenn das Projekt objektiv Sinn macht kommt die Lust auf Beteiligung von selbst.
Inge Bauer, 07.11.2014 17:43
Ich finde die Tendenz des Textes gut. und widerspreche Frau Bauer . Je weniger jemand geübt ist, abstrakte Sachverhalte oder schwierige Zusammenhänge zu verstehen, desto mehr kommt es auf eine angepasste Sprache an.Bildhaftes und anschauliche Vergleiche können dann viel helfen.Selbstverständlich darf die Sache dabei nicht verfälscht dargestellt werden. Diese vereinfachte und veranschaulichte Formulierung soll ja wohl in einer 2. Fassung der Leitlinien schon praktiziert werden.
Peter Gooß, 28.11.2014 01:48
Die Informationsverbreitung setzt eine Orts- und Betroffenenanalyse voraus. Um diese zu erarbeiten, soll die Verwaltung interdisziplinär zusammenarbeiten und die vorhandenen Verwaltungsstrukturen mit zielgruppenbezogenen und räumlich aufgegliederten Fachämtern nutzen. Wichtige Kanäle, um möglichst viele Menschen zu erreichen sind:
Verbindlichkeit Leitlinie: Statt 'Um diese zu erarbeiten, soll ...' besser 'Um diese zu erarbeiten, arbeitet die ... zusammen ...'
Jürgen_F_Schaldach, 29.11.2014 20:28
  • Stadt-Verwaltung

  • Vereine

  • Öffentlicher Nahverkehr

  • Alle Medien

  • Bekanntmachung in einer Zeitung (Hessenschau, Teletext, Internet)

  • Mund zu Mund, persönliche Netzwerke

  • Nachbarschaftsforen

  • Stadtteilforen
  • Inklusive Beteiligungsmethoden nutzen

    Es gibt nicht die eine inklusive Beteiligungsmethode, sondern alle Beteiligungsmethoden sind unterschiedlich stark inklusiv. Genauso gibt es nicht einen geeigneten Informationsweg, sondern es sollten möglichst viele unterschiedliche Informationswege gewählt werden, um die Zielgruppen zu erreichen.
    Verbindlichkeit Leitlinie: Statt ' ... ,sondern es sollten ...' besser ' ... ,werden ... gewählt, ...'.
    Jürgen_F_Schaldach, 29.11.2014 20:29
    Die aufsuchende Beteiligung stellt einen wichtig Schritt hin zu mehr Inklusion dar, da sie die Menschen gezielt vor Ort anspricht.
    Um inklusiv beteiligen zu können, braucht es eine genaue Analyse der Orte und der Zielgruppen, die von einem Vorhaben betroffen sind. Im Verlauf eines Beteiligungsprozesses können Bedarfe deutlich werden, die zu Beginn des Prozesses nicht bekannt waren. Hierfür ist es notwendig, dass eine große Ergebnisoffenheit und möglichst viel Spielräume bestehen, um die Beteiligung aller Betroffenen organisieren und nutzen zu können. Außerdem ist wichtig, dass in der Moderation von Beteiligungsveranstaltungen darauf geachtet wird, dass alle zu Wort kommen können und breite Meinungsbilder erzielt werden. Die Moderation soll geschlechtersensibel erfolgen.
    Die verschiedenen betroffenen Zielgruppen können identifiziert und angesprochen werden durch Schlüsselpersonen, Einrichtungen, Treffs, Vereine und Gewerbebetriebe vor Ort. Eine persönliche Ansprache über die Schlüsselpersonen ist sehr empfehlenswert. Diese Akteure haben auch ein breites Wissen über Orte und wie diese genutzt werden, dies sollte stärker genutzt und im Austausch aktualisiert werden.
    Um inklusive Beteiligungsprozesse zu fördern, ist es notwendig, dass die Verwaltung regelmäßig in den Stadtteilen unterwegs ist und vor Ort bekannt ist. Mit einem solchen kontinuierlichen Ansatz kann das notwendige Vertrauen für die Teilnahme an Beteiligungsprozessen wachsen. Es muss deutlich sein, dass die Verwaltung den Bürgerinnen und Bürgern zuhört. Die Einrichtung von Stadtteilforen als kontinuierliche Orte für Gespräch und Austausch über die Themen im Stadtteil ist notwendig.
    Ich plädiere für sog. "Stadteilbeauftragte" der Verwaltung, die ressortübergreifend Ansprechpartner/innen sind. Die Stadtteilforen - auch da wo es noch keine gibt - sehe ich sogar als eine Voraussetzung für die wirksame Umsetzung der Leitlinien. Die Stadtteilbeauftragten wären wichtige Kontaktpersonen ggf. auch Initiatoren neuer Stadtteilforen.
    Jürgen Maier, 26.11.2014 13:20
    Eine Aufteilung der Zielgruppen im Beteiligungsprozess kann in einem Prozessschritt notwendig sein, am Ende des Prozesses sollte aber der Blick wieder auf alle Gruppen zusammengeführt werden. Inklusive Beteiligung sollte daher nicht auf die Trennung der Zielgruppen ausgerichtet sein, sondern auf eine gemeinsame Bearbeitung der Gegensätze und Gemeinsamkeiten. Die einzelnen potentiellen Zielgruppen werden in den Leitlinien bewusst nicht einzeln aufgeführt, da unter inklusiven Gesichtspunkten versucht wurde, die Empfehlungen zu generalisieren.
    Verbindlichkeit Leitlinie, Konjunktiv ist zu vage: Statt '...sollte aber der Blick ...' besser ' wird der Blick ... zusammengeführt'. Statt 'Inklusive Beteiligung sollte daher nicht...' besser 'Inklusive Beteiligung darf daher nicht ...'
    Jürgen_F_Schaldach, 29.11.2014 20:29
    Die Atmosphäre ist ein wichtiger Faktor bei der Gestaltung inklusiver Prozesse. Deshalb ist es wichtig, neben der Aufbereitung der Informationen und der barrierefreien Durchführung der Beteiligung auch das Miteinander im Blick zu behalten und inklusiv zu gestalten.
    Was ist genau damit gemeint "das Miteinander im Blick zu behalten und inklusiv zu gestalten"? Eine Versammlung in freundlicher Atmosphäre abzuhalten andere Ansichten zu tolerieren und keine Feindseligkeiten aufkommen zu lassen?
    Inge Bauer, 07.11.2014 18:45
    Beteiligung für alle heißt auch, zu respektieren, dass nicht alle mitgestalten wollen.